Dotcom 2.0 (ohne Blase)

15 Apr

Als das Internet noch in den Kinderschuhen steckte, war es vor allem eine Sache für Akademiker und Computerfreaks. Um die Jahrtausendwende jedoch brach das Web mit der Wucht eines Vulkanausbruchs in unser aller Leben ein – eine scheinbar unendliche Goldgrube. Doch es folgte eine (fast) unendliche Pleiten-Serie.

Hier eine Auswahl an Internet-StartUps, die die Dotcom-Blase nicht überlebt haben: 

Boo.com‚ war ein klassiches Dotcom-Start-up: overhyped, überfinanziert, aufgebläht. Der kleine, animierte Mr. Boo führte die Web-Kundschaft durch den virtuellen Mode-Shop – ein Geduldsspiel ohne Breitbandverbindung. Mitte 2000 hatte die Seite lediglich rund 250.000 Euro von 300.000 Nutzern eingenommen, kurz darauf starb Mr. Boo den Dotcom-Tod. Nicht ohne zuvor Millionen Investorengelder verbrannt zu haben.

Heat.net‚ war eine Online-Gaming-Community, die vom Videospiele-Hersteller Sega ins Leben gerufen wurde. Das Prinzip war ähnlich wie heute bei Xbox Live. Am 31. Oktober 2000 schloss Sega die Plattform. Heat.net-Fans mussten Jahre warten, bevor sie wieder eine vergleichbare Gaming-Erfahrung machen konnten.

1999 gegründet war Webvan einer der größten Fehlschläge der Dotcom-Blase. Nutzer konnten auf der Seite Lebensmittel wie Gemüse und Brot bestellen. Keiner der Gründer hatte Erfahrung auf diesem Gebiet. Nach zwei Jahren wurde die Firma liquidiert, für die in den besten Zeiten 4500 Angestellte gearbeitet hatten.

Die Karriere von ‚Pets.com‚ war kurz aber heftig. Innerhalb eines Jahres ging das Start-up zunächst an die Börse, danach unter. Der Online-Shop für Haustiere litt wie keine zweite Firma unter der Unreife des Webs. Hunderte Millionen wurden in Infrastruktur, Marketing und Warenwirtschaft gesteckt, ohne zu bedenken, dass man mindestens fünf Jahre brauchen würde, um die Gewinnzone zu erreichen.

Klickt einfach mal auf die Logos der ehemaligen StartUps und dann werdet ihr sehen, was aus deren Seiten und Ideen geworden ist.

Gegenwärtig ist die zweite Gründerzeit angebrochen, es geht um Lokalisierungsdienste, soziale Netzwerke und anderen Online-Plattformen. So stellt sich die Frage: Was ist also anders als 1999?

Während sich die Inhalte damals an einen passiven Nutzer richteten, sind die Angebote heutiger Unternehmen weitaus nachhaltiger, interaktiver und zudem vorwiegend kundenorientiert. Der aktive Konsument steht im Fokus moderner Firmen. Das liegt zum einen an der Veränderung des Marktes, welcher sich mit einer beeindruckenden Dynamik weiterentwickelt und neue kostengünstige technische Möglichkeiten für Anbieter und Kunden eröffnet hat.

Zum anderen ist das Vertrauen in das Internet stetig gewachsen, sowohl durch die zunehmende Professionalität der Anbieter als auch die hohe Sicherheit der Nutzerdaten. Für viele Nutzer ist es daher zur Selbstverständlichkeit geworden, im Netz einzukaufen.  Dazu gehören auch Preisvergleiche oder Nutzung von Gutscheinaktionen. Natürlich wird dabei auch das lokale Marketing betrachtet.

Während die damaligen Gründungen teilweise Ausdruck gezwungener und vorschnell hochgezogener Versuche waren, auf den Internetzug aufzuspringen, so werden heutzutage die vollen Möglichkeiten des Web 2.0 ausgenutzt. Dem Nutzer werden Entfaltungsmöglichkeiten geboten, die vor zehn Jahren nur wissenschaftlich und als zukunftsweisend betrachtet wurden.

Kennt ihr noch die StartUps der alten DotCom-Blase? Was haltet ihr von den Veränderungen im Internet gegenüber der Jahrtausendwende?  

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